Mutterschutzgesetz

Das Mutterschutzgesetz (MuSchG) gilt seit dem 01.01.2018 für Frauen in regulären, geringfügigen und befristeten Arbeitsverhältnissen, für Teilzeitbeschäftigte, Auszubildende, Praktikantinnen, Studentinnen und Schülerinnen. Es besteht im Wesentlichen aus vier Elementen:

  • Mutterschutzfrist: Die Mutterschutzfrist beginnt in der Regel sechs Wochen vor der Entbindung und endet acht Wochen nach der Geburt. Bei einer Frühgeburt, bei einer Mehrlingsgeburt oder falls nach der Geburt eine Behinderung festgestellt wird, gelten zwölf Wochen Mutterschutz nach der Entbindung. Wenn es zu einer vorzeitigen Geburt kommt, verlängert sich die Mutterschutzfrist um die Zeit, die vor der Geburt nicht mehr in Anspruch genommen werden konnte. Verzögert sich die Geburt, haben Sie immer noch den vollen Anspruch auf acht bzw. zwölf Wochen Mutterschutz nach der Geburt. In den sechs Wochen vor der Geburt kann die werdende Mutter selbst entscheiden, ob sie weiterarbeiten/studieren möchte. Sollten Sie sich für ein Weiterarbeiten/Studieren entscheiden, können Sie dies jedoch jederzeit widerrufen. Weitere Informationen bekommen Sie bei den angegebenen Beratungsstellen der Hochschule. In der Mutterschutzfrist nach der Geburt besteht ein absolutes Beschäftigungsverbot, Studentinnen können jedoch die Teilnahme an Veranstaltungen bzw. Prüfungen ausdrücklich verlangen.
  • Schutz stillender Mütter: Eine stillende Mutter hat während ihrer Arbeitszeit/während ihres Studiums Anspruch auf Stillpausen. Sie darf sich mindestens zweimal täglich eine halbe Stunde oder einmal pro Tag eine Stunde Zeit zum Stillen nehmen. Bei einer zusammenhängenden Arbeitszeit von mehr als 8 Stunden (d. h. eine Arbeitszeit, die nicht durch eine Pause von mindestens zwei Stunden unterbrochen wird) sollten zweimal 45 min Stillzeit oder einmal 90 min gewährt werden. Sie dürfen als stillende Mutter dadurch keinen Verdienstverlust erleiden. Die Stillzeit darf auch nicht vor- oder nachgearbeitet werden oder auf festgesetzte Ruhepausen, wie die Mittagspause, angerechnet werden.
  • Kündigungsschutz: Einer schwangeren Beschäftigten kann vom Beginn der Schwangerschaft an bis vier Monate nach der Geburt nicht gekündigt werden. Sollten Sie dennoch eine Kündigung in diesem Zeitraum erhalten, so ist diese normalerweise unzulässig. Der/Die Arbeitgeber/in muss allerdings zu dem Zeitpunkt, als er/sie Ihnen kündigte, gewusst haben, dass Sie schwanger sind oder es muss ihm/ihr innerhalb von zwei Wochen, nachdem Ihnen die Kündigung zugegangen ist, mitgeteilt werden. Auch muss Ihre Schwangerschaft zum Zeitpunkt der Kündigung schon bestehen.
  • Schutz von Mutter und Kind am Arbeitsplatz: Werdende und stillende Mütter dürfen an ihrem Arbeitsplatz keinen Gefahren für Leben und Gesundheit ausgesetzt werden. Insbesondere dürfen sie keine schweren körperlichen Tätigkeiten ausüben oder gesundheitsgefährdenden Stoffen, Strahlen, Staub, Gasen, Dämpfen, Hitze, Kälte, Nässe, Erschütterungen oder Lärm ausgesetzt werden. Der/Die Arbeitgeber/in muss den Arbeitsplatz einer schwangeren oder stillenden Mutter so einrichten oder umgestalten, dass diese Bedingungen erfüllt sind. Sollte dies nicht möglich oder unzumutbar sein, dürfen die betroffenen Frauen nicht beschäftigt werden, erhalten jedoch weiterhin ihre vollen Bezüge. Ab dem 01.01.2018 gelten diese Schutzvorschriften und Bestimmungen auch für schwangere und stillende Studentinnen.

Damit diese Schutzvorschriften von der Hochschule angewandt werden können, müssen Sie uns zunächst über Ihre Schwangerschaft bzw. darüber, dass Sie Ihr Baby stillen, informieren. Wenden Sie sich dazu bitte an das für Sie zuständige Prüfungsamt. In einem Beratungsgespräch wird gemeinsam erarbeitet, wie Ihr Studienverlauf weiter aussehen kann.

Während der Schutzfristen können Sie sich von Prüfungen befreien lassen, auch die Anmeldung bzw. Bearbeitungsfrist der Abschlussarbeit kann während dieser Schutzfristen ausgesetzt bzw. gehemmt werden.

Des Weiteren gibt es viele Schutzbestimmungen zur Teilnahme an Veranstaltungen zwischen 20 Uhr und 22 Uhr, an Sonn- und Feiertagen, Bestimmungen zu Freistellungen für Untersuchungen und zum Stillen usw.

Eine Merkblatt zum Mutterschutz mit speziellen Infos für Angehörige der Hochschule Trier finden Sie unter den weiterführenden Informationen zum Download bereit gestellt.

Wir möchten Sie ausdrücklich ermuntern und auffordern, sich vertrauensvoll an die vielfältigen Beratungsstellen der Hochschule Trier zu wenden, damit wir Ihnen alle erforderlichen Informationen geben können.

Weitere Informationen:

Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord
Regionalstelle Gewerbeaufsicht
Deworastr. 8
54290 Trier

Tel.: 0651 - 46 01-0
Fax: 0651 - 948120-0

www.bmfsfj.de, Mutterschutzgesetz

Leitfaden zum Mutterschutz