Projekte im Bereich Green Software Engineering

REFOPLAN - Ressourceneffiziente Software

„40 Jahre Blauer Engel - Weiterentwicklung seines Produktportfolios"

Projektlaufzeit: 01.10.2018 bis 31.03.2020
 

In diesem Projekt wird eine Vergabegrundlage des Umweltzeichens Blauer Engel für „Ressourceneffiziente Software“ entwickelt. Dies beinhaltet die Fokussierung auf geeignete Softwaretypen, die Entwicklung von Standardnutzungsszenarien und die Festlegung von Mindestanforderungen, die ressourceneffiziente Softwareprodukte beschreiben.

Das Projekt baut auf dem "UFOPLAN-SSD 2015"-Projekt auf, in dem eine Methodik zur Bewertung der Ressourceneffizienz von Softwareprodukten entwickelt wurde. Die ausführlichen Projektergebnisse sind dem Abschlussbericht zu entnehmen, der vom Umweltbundesamt veröffentlicht wurde.

Projektinhalte

Im Rahmen des Projektes wird (i) der Zeichengegenstand „Softwareprodukt“ eingegrenzt, sodass Vorschläge für zeichengeeignete Software-Produktgruppen, für Vergabekriterien und für Vorgehensweisen entwickelt werden können, (ii) Hersteller und Entwickler*innen identifiziert, die sich für eine Zeichenvergabe interessieren und die Vorschläge erproben, (iii) Beschaffer*innen hinsichtlich typischerweise beauftragten bzw. beschafften Softwareprodukten befragt.

Als Grundlage für eine Vergabegrundlage wird eine Handreichung entwickelt, die darüber informiert, für welche Softwareprodukte sich ein Zeichen Blauer Engel für „Ressourceneffiziente Software“ mehr und für welche er sich zunächst weniger eignet bzw. welche der vorgeschlagenen Vergabekriterien für welche Einsatzbereiche eher geeignet sind.

Im Rahmen von Feldtests evaluieren Praxispartner*innen die vorgeschlagenen Bewertungskriterien für ressourceneffiziente Software. Mit Unterstützung der Praxispartner*innen werden insbesondere die für die Erfassung der Vergabekriterien notwendigen Standardnutzungsszenarien (weiter-)entwickelt. Die Ergebnisse des Feldtests werden in einem Workshop gemeinsam zusammengeführt.

Durch den frühzeitigen Einbezug von Beschaffer*innen und Praxispartner*innen wird darauf abgezielt eine Vergabegrundlage zu entwickeln, die sowohl den aktuellen Stand der Wissenschaft als auch die Anwendbarkeit in der Praxis repräsentiert.

Aktivitäten im Projekt

Jury Sitzung "Blauer Engel"

Entscheidungstermin zur Veröffentlichung der Vergabekriterien

Nach der Expertenanhörung im Oktober in Berlin wurden die Vergabekriterien für einen Blauen Engel für Energie- und Ressourceneffiziente Software entsprechend des Feedbacks der Expert*innen überarbeitet. Die überarbeitete Version wurde der Jury Umweltzeichen vorgelegt.

Am 11. Dezember trifft sich die Jury Umwelzeichen und entscheidet, ob sie der Veröffentlichung des neuen Blauen Engel für Software mit den vorgelegten Kriterien zustimmt. Bei positiver Entscheidung kann das Umweltzeichen dann voraussichtlich Anfang des Jahres beantragt werden.

Expert*innenanhörung in Berlin

Auf dem Weg hin zu einem Blauen Engel für Energie- und Ressourceneffiziente Software

Mit dem Umweltzeichen für Ressourceneffiziente Software soll Desktop-Anwendungssoftware ausgezeichnet werden, die sich durch folgende Umwelteigenschaften auszeichnet:

  • Hohe Energie- und Ressourceneffizienz während der Nutzung
  • Lange Hardware-Nutzungsdauer
  • Hohe Nutzungsautonomie und Transparenz

Dazu wird am Mittwoch, den 23.10.2019 in der Zeit von 10:00 Uhr bis ca. 16:00 Uhr beim Umweltbundesamt in Berlin eine Expertenanhörung zum Umweltzeichen Blauer Engel für Ressourceneffiziente Software | DE-UZ NEU stattfinden.

Softwareunternehmen für Feldtest gesucht

Bewerten Sie Ihr Produkt mit den Kriterien für den "Blauen Engel für Software"

Im REFOPLAN-Projekt „40 Jahre Blauer Engel - Weiterentwicklung seines Produktportfolios“ wird eine Vergabegrundlage für den Blauen Engel „Ressourceneffiziente Software“ entwickelt.

Sie wollen Ihr Softwareprodukt testen?
Melden Sie sich bei uns: greensoft(at)umwelt-campus.de

Ziel des Feldtests

Die Praxispartner wenden die Kriterien auf ihr Produkt an, um die geplanten Vergabekriterien intensiv zu prüfen. Die entwickelten Kriterien und die Methodik zur Bewertung der Ressourceneffizienz sollen durch die Praxisanwendung auf Anwendbarkeit und Aussagekraft getestet werden.

Geplanter Ablauf des Feldtests

  • Bewertung der der Softwareprodukt nach den Kriterien durch die Praxispartner
    • Nachweiskriterien: werden i.d.R. durch entsprechende Angaben nachgewiesen (bspw. minimal erforderliche Prozessor-Architektur) 
    • Messkriterien: werden durch Softwaremessungen geprüft sind (bspw. Energieverbrauch)
  • Bei Bedarf werden die Praxispartner durch Studierende bei den Softwaremessungen unterstützt.
  • Alle Ergebnisse aus dem Feldtest werden in dem Erfassungstool von den Praxispartnern dokumentiert und an uns zurück geliefert.
  • Es besteht die Möglichkeit die Ergebnisse mit anderen Praxispartnern im Rahmen eines Workshops in Berlin am 25.06.19 zu diskutieren und insbesondere ein Feedback zur Erfassungsmethode zu geben.

Zu testende Kriterien

Laden Sie sich hier das Dokument herunter, in dem alle Kriterien auflistet, die im Feldtest erfasst werden sollen, aufgelistet sind. Weitere Informationen und Hintergründe zu den Kriterien finden Sie im Kriterienkatalog.

Dokumente zur Teilnahme

Befragung zur "Software-Beschaffung"

Unterstützen Sie uns jetzt durch Teilnahme an unserer Befragung!

Im Rahmen des Forschungsvorhaben "REFOPLAN - Ressourceneffizienz von Software" soll das Umweltzeichen Blauer Engel für „Ressourceneffiziente Software“ entwickelt werden. Die Kriterien sollen durch Anwendung in der Praxis auf seine Machbarkeit und seine Aussagekraft hin überprüft werden. 

Daher sind wir an Praxiserfahrungen von Software-Beschaffer*innen interessiert. 
In dem Projekt möchten wir herauszufinden, welche Softwareprodukte typischerweise beschafft bzw. welche in Auftrag gegeben werden und welche Auswahlkriterien dabei eine Rolle spielen.

Unterstützen Sie unser Projekt jetzt durch Teilnahme an unserer Befragung!


Den Fragebogen können Sie hier herunterladen. Antworten schicken Sie bitte an e.kern(at)umwelt-campus.de Hezrlichen Dank!

Praxisworkshop zum Thema am 25.06.19 im Öko-Institut in Berlin

Diskutieren Sie mit uns über den "Blauen Engel für Software"

Der Workshop findet am 25. Juni 2019 in der Zeit von 10:00 Uhr bis ca. 15:30 Uhr beim Öko-Institut e.V. in Berlin statt.

Im Workshop wollen wir mit Ihnen das Konzept des zukünftigen Blauen Engel für Software weiter entwickeln und über unsere ersten Vorschläge zur Bewertung der Umweltwirkungen von Software diskutieren. Darüber hinaus werden Ihnen eine Messmethode zur Ermittlung des Energie- und Ressourcenverbrauchs von Software und Ergebnisse aus dem Feldtest vorstellen.

Vorläufiges Programm

  • 10:00 Uhr: Begrüßung & Vorstellung des Projektes „REFOPLAN – Ressourceneffiziente Software“
  • 10:30 Uhr: Vorstellung ausgewählter Kriterien aus dem Kriterienkatalog „Nachhaltige Software“ mit anschließender Diskussionsrunde
  • 11:30 Uhr: Einblicke in den Feldtest zur Anwendung der Kriterien an konkreten Softwareprodukten
  • 12:30 Uhr: Mittagspause mit kleinem Imbiss
  • 13:30 Uhr: Vorstellung der Messmethode & Möglichkeiten zum energiesparenden Programmieren
  • 14:30 Uhr: Austausch & Diskussion
  • 15:00 Uhr: Ausblick
  • 15:30 Uhr: Ende der Veranstaltung

Anmeldung Melden Sie sich möglichst bis zum 14. Juni 2019 per Mail an greensoft@umwelt-campus.de an. Kurzfristige Teilnahme ist möglich.

Wir freuen uns auf den Austausch mit Ihnen.

Hintergrund

Fragen der Ressourceneffizienz wurden in der Vergangenheit selten in Bezug auf Software gestellt und falls doch, geschah dies nicht mit einer einheitlichen Systematik. Daher kann zur Entwicklung einer solchen Vergabegrundlage nur sehr begrenzt auf Marktdaten oder Benchmarks aus der Praxis zurückgegriffen werden. Die Entwicklung dieser Vergabegrundlage beinhaltet deshalb noch einen hohen Anteil an Forschungs- und Entwicklungsarbeit: Aufgrund der Vielzahl an verschiedenen Typen von Softwareprodukten und auch Herstellern bzw. Entwickler*innen erfordert die Erarbeitung aussagekräftiger und anwendbarer Vergabekriterien eines Blauen Engels für ressourceneffiziente Software tiefergehende Untersuchungen und Praxistests.

Kontakt

Ansprechpartner/in Projekt:
Dr. Eva Kern | Prof. Dr. Stefan Naumann
Umwelt-Campus Birkenfeld
e.kern | s.naumann@umwelt-campus.de 
 
Ansprechpartner Messungen:
Achim Guldner, M.Sc.
Umwelt-Campus Birkenfeld
a.guldner@umwelt-campus.de

Projektleitung:
Dipl.-Ing. Jens Gröger
Öko-Institut Berlin
J.Groeger@oeko.de 
 
Ansprechpartnerin im UBA:
Marina Köhn
Beratungsstelle nachhaltige Informations- und Kommunikationstechnik
(Green-IT)
Marina.koehn@uba.de

Glossar
Begriff Beschreibung
Datenträger-Image Ein Abbild eines Datenträgers oder einer Partition eines Datenträgers, das in einer Datei gespeichert wird.
Energieeffizienz Allgemein die Menge an „nützlicher Arbeit“ dividiert durch den dabei anfallenden Energieaufwand. Im Kontext dieses Dokuments wird „nützliche Arbeit“ als erfolgreiche Ausführung von Standardnutzungsszenarien operationalisiert.
Hardware Gesamtheit der für die Ausführung von Programmen, die Speicherung von Daten oder den Transport von Daten benötigten Sachgüter.
Hardwarekapazität Quantifizierbare Eigenschaft eines Hardwaresystems, die die Grenze seiner Leistungsfähigkeit auf einer gegebenen Leistungsdimension darstellt (z. B. Arbeitsspeicherkapazität, Rechenkapazität, Bandbreite).
Hardwaresystem Abgrenzbare Einheit von Hardware, die definierte Funktionen erbringt.
Indikator Eine empirisch bestimmbare Größe, die Aufschluss über einen nicht direkt messbaren Sachverhalt gibt. Das Skalenniveau der in diesem Dokument vorgeschlagenen Indikatoren ist unterschiedlich. In einigen Fällen wird eine qualitative Ordinalskala angenommen (z.B. „ungenügend”, „genügend”, „gut”, „sehr gut” oder auch nur „erfüllt“, „nicht erfüllt“), um zu vermeiden, durch Verwendung einer Kardinalskala eine nicht vorhandene Präzision vorzuspiegeln.
Nutzungsmuster Abstrahierte Form einer Sequenz von Interaktionen mit einem gegebenen Softwareprodukt.
Nutzungsszenario Beschreibung eines Nutzungsmusters, in der Regel maschinell ausführbar.
Plugin Ein Softwaremodul, das in ein Softwareprodukt eingebunden werden kann, um dessen Funktionalität zu erweitern.
Referenzsystem Ein Hardwaresystem, das hinsichtlich seiner wichtigsten Kapazitäten (z. B. Arbeitsspeicher, Prozessorleistung) während einer festgelegten Zeitperiode (z. B. ein Jahr) als allgemein üblich definiert wird. Das Referenzsystem dient dazu, Indikatoren wie z. B. „minimaler lokaler Arbeitsspeicher“ relativ zu einer Referenzgröße (der aktuell „üblichen“ Arbeitsspeicherkapazität) ausdrücken zu können.
Ressource Im Kontext dieses Dokuments eine natürliche Ressource, insbesondere ein Rohstoff, eine Energieform oder auch die Absorptionsfähigkeit eines Umweltmediums für Emissionen. Zur Abgrenzung gegen technische Ressourcen, insbesondere Hardwareressourcen, werden letztere hier präziser als „Hardwarekapazitäten“ bezeichnet. Da die Beanspruchung von Hardwarekapazitäten stets zur Beanspruchung natürlicher Ressourcen führt, ist diese Abgrenzung (die in letzter Konsequenz auf eine definitorisch schwierige Grenzziehung zwischen Ökosphäre und Technosphäre hinausläuft) hier nicht von entscheidender Bedeutung.
Ressourceneffizienz Allgemein die Menge an „nützlicher Arbeit“ dividiert durch den dabei anfallenden Aufwand an Ressourcen. Im Kontext dieses Dokuments wird „nützliche Arbeit“ als erfolgreiche Ausführung von Standardnutzungsszenarien operationalisiert.
Software Programme und Daten in digitaler Form.
Softwareprodukt Eine abgrenzbare Einheit von Programmen und Daten, die zur Ausführung und Verarbeitung auf einem Hardwaresystem bestimmt sind.
Standardkonfiguration Eine als Referenz definierte Menge von Bedingungen, unter denen ein gegebenes Softwareprodukt betrieben wird. Sie umfasst die am Softwareprodukt während Installation oder Betrieb vorgenommenen Parametereinstellungen, die bereitgestellte Systemsoftware, ggf. weitere zum Betrieb benötigte Softwareprodukte sowie auf Hardwareebene das Referenzsystem.
Standardnutzungsszenario Ein Nutzungsszenario, das zum Testen eines Softwareprodukts verwendet wird und möglichst repräsentativ für den üblichen Anwendungsfall sein soll.

Projektpartner

Öko-Institut, Berlin
http://www.oeko.de

Umweltbundesamt
http://www.umweltbundesamt.de

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