
Mit der Eröffnung der Personalschleuse entsteht eine Ausbildungsinfrastruktur, die konsequent an den regulatorischen Anforderungen der pharmazeutischen Industrie ausgerichtet ist und einen zentralen Baustein für eine praxisnahe, GMP‑konforme Ausbildung darstellt. GMP steht für „Good Manufacturing Practice“ und bezeichnet ein Qualitätssicherungssystem für Produktion, Kontrolle und Lagerung in der Pharmaindustrie. Es sichert durch verbindliche Richtlinien eine gleichbleibende, hohe Produktqualität, um Risiken für Patienten auszuschließen.
Im pharmazeutischen Umfeld gilt das Personal als eine der kritischsten potenziellen Kontaminationsquellen. Der Personalschleuse kommt demnach eine Schlüsselrolle zu, da sie nicht bloßer Zugang, sondern ein qualitätskritischer Prozessschritt ist, der maßgeblich zur Minimierung biologischer und partikulärer Belastungen beiträgt und damit Produktqualität sowie Patientensicherheit beeinflusst. Die Reinraum‑Personalschleuse ermöglicht Studierenden sowie Mitarbeitenden von Unternehmen das praxisnahe Training wesentlicher GMP‑relevanter Prozesse wie z. B. die Reinraumqualifizierung gemäß Richtlinien und der Bewertung des Einflusses von Personalbewegungen, das Monitoring von Schwebstoffen im Ruhezustand und im Betriebszustand, die mikrobiologische Überwachung von Keimbelastungen sowie das GMP‑konforme Ein‑ und Ausschleusen von Personal unter Berücksichtigung von Bekleidungskonzepten, Dokumentationspflichten und Schulungsanforderungen.
Durch diese praxisorientierte Ausbildung erfolgt eine gezielte Vorbereitung auf reale pharmazeutische Arbeitsumgebungen, wovon Studierende und Kooperationsunternehmen profitieren. Mit der Inbetriebnahme der Personalschleuse wird gezielt in die Ausbildung qualifizierter Absolventinnen und Absolventen investiert, wodurch diese schnell produktiv in pharmazeutische Prozesse integriert werden können.
Prof. Dr.-Ing. Percy Kampeis, Studiengangsleiter des Master-Studiengangs „Reinraumtechnologie bei der Arzneimittelherstellung“, bedankte sich bei allen Mitwirkenden und den Unternehmen, die als Sponsoren den Bau der Personalschleuse erst ermöglicht haben. Ein Projekt dieser Qualität wäre ohne Unterstützung starker industrieller Partner und ohne das engagierte Mitwirken technischer Fachkräfte nicht realisierbar gewesen. Als symbolischer Abschluss erfolgte die Übergabe des Schlüssels der Personalschleuse an die späteren Nutzer Prof. Dr. Roman Kirsch (Fachgebiete Pharmazeutische Technologie und Mechanische Verfahrenstechnik) und Prof. Dr. Denis Theobald (Qualitätssicherung in der Pharmatechnik).
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