Projekt des Monats

Energiebedarfe von Software ermitteln und verringern

Wer kennt das nicht? Eine App saugt den Smartphone-Akku leer, oder man benötigt einen neuen Laptop, da es keine Updates mehr für das Betriebssystem gibt. Generell ist Software die Grundlage von Digitalisierung und dem Funktionieren des Internets. Sie hat einen wesentlichen Einfluss auf den Energiebedarf der Hardware (Laptops, Smartphones, Server etc.), die Effizienz der Anwendungen und auch auf die Lebensdauer von Hardware. Letztlich beeinflusst sie also auf den Energie- und Ressourcenverbrauch der gesamten Informations- und Kommunikationstechnik (IKT).

Studien beziffern den Anteil von IKT am weltweiten Treibhausgasausstoß auf ca. 2 bis 3 %, was etwa den Emissionen des internationalen Luftverkehrs entspricht (Quelle). Die Internationale Energieagentur schätzt, dass allein der Strombedarf von Rechenzentren und Künstlicher Intelligenz bis 2030 auf ca. 945 TWh ansteigt. Dies entspricht dem doppelten jährlichen Strombedarf von Deutschland (Quelle).

Trotz der großen Rolle, die Software spielt, steckt die Entwicklung von Normen und Empfehlungen für nachhaltige und energiesparende Software aber noch in den Kinderschuhen. Rechtlich bindende Anforderungen bezüglich ihrer Energieeffizienz gibt es derzeit weder auf europäischer noch deutscher Ebene. In Softwareentwicklungsprojekten spielt Nachhaltigkeit häufig keine oder nur eine untergeordnete Rolle (Bitkom, 2021) und wer hat sich nicht schon mal geärgert, dass der Rechner zu Hause keine Updates mehr bekommt, weil das System veraltet sei – auch dies gehört zur Frage der Nachhaltigkeit von Software.

Das Projekt Green Coding II ist das Folgeprojekt von Potentials of Green Coding , welches die Hochschule bereits mit den Partnern der HTW Berlin und der Gesellschaft für Information abgeschlossen hat.

In Green Coding II arbeitet die Hochschule daran, wie Methoden Nachhaltiger Softwareentwicklung aus der Forschung in Wirtschaft und Politik getragen werden können, wie Nachhaltigkeitslabels für Software genutzt werden und wie Green Coding Inhalte an Stakeholder vermittelt werden können.

Der Schwerpunkt der Forschung an der Hochschule liegt dabei auf der Analyse von Software-Labels für Softwareprodukte. Hierzu gehört bspw. der ebenfalls am Umwelt-Campus Birkenfeld mitentwickelte Blaue Engel für Softwareprodukte. Im Projektrahmen werden existierende Labels, Normen und Standards hinsichtlich Transparenz und Aussagekraft untersucht. Im Projekt werden Messungen zum Energiebedarf von Software gemacht, Stakeholder-Workshops in Round-Table Diskussionen durchgeführt und Methoden entwickelt, wie Software nachhaltiger werden kann. Die Ergebnisse wurden auch auf Konferenzen vorgestellt, wie dem Special Track „Green Coding” auf der EnviroInfo25 in Potsdam.

 

Partner
Finanziert durch Internet Society Foundation
Gesellschaft für Informatik e.V.
Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin

Präsentation der Projektergebnisse auf der Internationalen...
...Konferenz „Environmental Informatics 2025“ in Potsdam
Versuchsaufbau zur Messung der Energiebedarfe von sprachmodellbasierten Agentensystemen
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