Nach dem Duschen bleibt häufig unbemerkt eine enorme Menge Feuchtigkeit im Raum - ein idealer Nährboden für Schimmel und schlechte Luftqualität. Die Dusch-Petze ist ein cleveres System, welches: die Luftfeuchtigkeit im Bad misst und erkennt, wann der Wert kritisch wird, optisch oder akustisch warnt, und automatisch Aktionen auslöst (z. B. Fensterkontakt, Lüftersteuerung). Das Herzstück ist ein Feuchtigkeits- und Temperatur-Sensor (z. B. DHT22, BME280, SHTC3 oder beim Makey der BME680). Er misst zuverlässig: relative Luftfeuchte, Temperatur, zusätzliche Parameter wie Luftdruck oder organische Bestandteile in der Luft (VOC). Ein IoT-Gerät wie die Dusch-Petze macht diese Werte sichtbar und wirklich vergleichbar und ist in vielen technischen Versuchsaufbauten integriert.

Die relative Luftfeuchte beschreibt, wie stark die Luft mit Wasserdampf gesättigt ist. Sie wird in Prozent angegeben und ist definiert als das Verhältnis zwischen der aktuell enthaltenen Wasserdampfmenge und der maximal möglichen Menge bei einer bestimmten Temperatur. Da warme Luft mehr Feuchtigkeit aufnehmen kann als kalte, ist die relative Luftfeuchte stark temperaturabhängig. Du kannst damit allein also keine zwei Bedingungen vergleichen (z.B. Innen- und Außenluft zur automatischen “Trockenlüftung” des Kellers). Die absolute Luftfeuchte hingegen gibt die tatsächlich in der Luft enthaltene Wasserdampfmenge an, typischerweise in Gramm pro Kubikmeter (g/m³). Sie ist damit eine direkte physikalische Größe und unabhängig von der maximal möglichen Sättigung. Die Berechnung erfolgt mit einer Näherungsformel zur maximale Wasserdampfmenge bei Temperatur T. Praktischerweise befindet sich die Formel direkt im Werkzeugkasten “Signalverarbeitung” der IoT2-Werkstatt.
Während die „Duschpetze“ Feuchtigkeit detektiert und signalisiert, stellt die Klimakammer das technische Gegenstück zur aktiven Kontrolle der Umgebungsbedingungen dar. Im Makerspace wird sie eingesetzt, um 3D-Druck-Filamente unter definierten klimatischen Bedingungen zu lagern und so deren Materialeigenschaften zu erhalten.
Viele gängige Filamente, insbesondere hygroskopische Kunststoffe wie PLA, PETG oder Nylon, nehmen Feuchtigkeit aus der Umgebungsluft auf. Dieser Prozess beeinflusst das Druckverhalten erheblich: Eingelagerte Feuchtigkeit kann beim Schmelzen im Extruder verdampfen und zu Blasenbildung, ungleichmäßiger Extrusion und verminderter Bauteilqualität führen. Typische Auswirkungen sind reduzierte Festigkeit, schlechte Oberflächenqualität und unpräzise Maßhaltigkeit.
Die Klimakammer wirkt diesem Effekt entgegen, indem sie die relative Luftfeuchtigkeit gezielt reduziert und konstant hält. Technisch wird dies meist durch abgedichtete Behälter, Trockenmittel (z. B. Silicagel) oder aktive Entfeuchtungssysteme realisiert. Sensoren überwachen kontinuierlich Temperatur und Luftfeuchtigkeit, sodass bei Bedarf Maßnahmen eingeleitet werden können. Damit bildet die Klimakammer ein praxisnahes Beispiel für ein geregeltes technisches System, bei dem Messgrößen erfasst, bewertet und in geeignete Maßnahmen überführt werden. In Kombination mit dem Feuchtesensor entsteht so ein geschlossenes Konzept aus Überwachung (Sensorik) und Zustandskontrolle (Aktorik bzw. Umgebungsmanagement) - ein grundlegendes Prinzip vieler ingenieurtechnischer Anwendungen.
Im Makerspace INNODIG am Umwelt-Campus verbinden sich:
Die Dusch-Petze ist ein ideales Beispiel für interdisziplinäre Arbeit im Makerspace:
So entsteht ein interdisziplinäres Projekt, das technische Grundlagen mit Making verbindet und auch noch viel Spaß bei der Umsetzung im Team macht.
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