Die Fachrichtung Informatik am Umwelt-Campus Birkenfeld greift diese Entwicklungen in Forschung und Lehre auf. Angebote wie EDU-KI-RLP oder Academic Cloud helfen Lehrenden, KI-Methoden curricular zu verankern. Ziel ist eine Ausbildung, in der Studierende nicht nur Werkzeuge nutzen, sondern Potenziale und Grenzen von KI kritisch reflektieren und verantwortungsvoll anwenden.
KI-gestützte Modernisierung von Software
So untersucht der Wirtschaftsinformatiker Prof. Dr. Rolf Krieger in einer Projektarbeit mit zwei Informatik-Studierenden in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe „Additive Fertigung“ des Maschinenbaus, wie die Erzeugung von Steuerbefehlen für einen granulatbasierten 3D-Drucker verbessert werden kann. Ausgangspunkt ist ein kaum dokumentiertes Plug-in für ältere UltiMaker-Cura-Versionen, das analysiert und in eine moderne kompatible Komponente überführt werden soll. KI hilft dabei, Code zu analysieren, relevante Verarbeitungsschritte zu erkennen und fehlende Dokumentation zu ergänzen und zeigt, wie sie die Modernisierung von Spezialsoftware effizienter gestalten kann.
Evaluation und Risk Management von KI-Systemen
Im Sommersemester beschäftigten sich Master-Studierende in einem Seminar mit der Bewertung moderner KI-Anwendungen – von klassischen Machine Learning-Evaluationsverfahren bis zu Large Language Models, RAG-Systemen und KI-Agenten. Themen wie Sicherheit, Erklärbarkeit, der EU AI Act und das AI Risk Management Framework standen auch auf dem Programm. Studierende erwerben so nicht nur technisches Wissen, sondern auch die Kompetenz, KI-Werkzeuge kritisch und verantwortungsbewusst einzusetzen.
Von der KI-Idee zum Intelligenten System: IoT²-Werkstatt und Makey:Lab
Informatik der Zukunft bedeutet nicht nur „Prompt", sondern vor allem „Build". In der IoT²-Werkstatt unter Leitung von Prof. Dr.-Ing. Klaus-Uwe Gollmer entwickeln Studierende intelligente IoT-Anwendungen auf Embedded-Systemen wie dem ESP32 – von der Datenerfassung über das Training eigener KI-Modelle bis zum Einsatz auf ressourcenbeschränkter Hardware Unsere Low-Code Plattform ermöglicht zusammen mit der vom Make-Magazin des Heise Verlags entwickelten Hardware Makey:Lab den einfachen Einstieg und macht die Entwicklung intelligenter IoT-Systeme fast spielerisch einfach. Im Makerspace entstehen Projekte mit gesellschaftlichem Mehrwert, etwa energieautarke Hochwassersensoren oder intelligente Energiesysteme. KI ersetzt dabei nicht menschliche Kreativität, sondern verstärkt sie.
KI-Infrastruktur als zentraler Baustein der Informatikausbildung
Spezialisierte Labore und ein leistungsfähiger KI-Server mit vier Grafikkarten ermöglichen die lokale Ausführung von Sprachmodellen – Grundlage für datensensible, transparente und nachhaltige Forschung, die auch Effizienzfragen adressiert. Enge Kooperationen mit regionalen Unternehmen und Forschungseinrichtungen ergänzen Lehre und Forschung um praxisrelevante Fragestellungen. Der Umwelt-Campus Birkenfeld versteht KI nicht als Selbstzweck, sondern als nachhaltiges Werkzeug zur Lösung realer gesellschaftlicher und ökologischer Herausforderungen.
Interessierte Partner aus Wirtschaft, Wissenschaft und öffentlicher Verwaltung sind herzlich eingeladen, sich mit uns auszutauschen - weitere Informationen und Ansprechpersonen unter: https://www.umwelt-campus.de/fachrichtung-informatik



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